Freitag, 05.03.2010
Literatur
20:00 Uhr / Koeppenhaus - Literaturzentrum
"Am Nebentisch belauscht" - Wiglaf Droste liest und singt im Lutherhof
Ersatztermin für den wegen der Grippeerkrankung Dostes entfallenen Termin am 29. Januar 2010

„Wer sich äußert, sollte etwas zu sagen haben. Und wer etwas zu sagen hat, sollte sich überlegen, wie er dies zu tun gedenkt. Darauf läuft es bei Wiglaf Droste hinaus. In Abneigung wie Zuneigung glaubt er an die Macht des geschriebenen, gesungenen und gesprochenen Wortes.“ Tobias Rapp, Deutschlandradio Kultur

Nun kommt der Schriftsteller, Sänger, Vorleser und Satiriker endlich wieder nach Greifswald, um auf Einladung des Koeppenhauses eine Auswahl seiner Kolumnen und Satiren im Lutherhof zu präsentieren. Im Gepäck hat er auch sein neues Buch „Im Sparadies der Friseure – Eine kleine Sprachkritik“.

Für die einen ist er der „Tucholsky von heute“, für die anderen ein „Verbalterrorist“ oder „satirischer Amokläufer“. Unbestritten ist, dass der Autor und Musiker mit seinen Artikeln, Büchern und CDs sich längst den soliden Ruf erworben hat, einer der scharfzüngigsten und polemischsten Wortarbeiter Deutschlands zu sein.
Virtuos untersucht der „Vielschreiber“ Droste in seinem Handbuch „Im Sparadies der Friseure – Eine kleines Sprachkritik“ fern jeder Rechthaberei, Vokabular wie „tausend Prozent, bedingungslos … Public Viewing … mental ... zum Bleistift … Deo-Image … Führerschein … Hypo & Chonder … schnellstmöglichst … mega … Haarchitektur“ u. v. a. m.

Droste wäre allerdings nicht Droste, wenn er selbst bei diesem Thema nicht große Sprachliebe walten ließe und sich vor Wörtern wie „Mótschekiepchen“, „Päckchen“ oder „Mösenstövchen“ verneigte – persönlich, etymologisch und immer der schönen Sprache dienlich. Was Droste, solo oder im Verein mit Vincent Klink und Nikolaus Heidelbach produziert, nannte „Die Welt“ im November 2008 „hochprozentig, abgründig, sehr böse und sehr lustig“.

Wiglaf Droste wurde 1961 in Herford (Westfalen) geboren. Er war Redakteur der „taz“ und der „Titanic“ und ist in den verschiedensten Genres tätig: Er schreibt Romane, Erzählungen sowie Gedichte und ist Mitherausgeber der kulinarischen Zeitschrift „Häuptling eigener Herd“. Seine Kolumnen werden bei unzähligen Radiostationen ausgestrahlt – wie beispielsweise beim BR, MDR, RBB, SWR und WDR – oder in überregionalen Tageszeitungen wie in der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Jungen Welt“ veröffentlicht. Seit Anfang der 90er Jahre zieht Droste als lesereisender Autor durch die Lande und präsentiert Werke wie „Zen-Buddhismus und Zellulitis“, „Bombardiert Belgien!“ oder „Wir sägen uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi“. Als singender Satiriker geht er gleichermaßen mit der Essener Gruppe „Spardosen-Terzett“ (das sind die Jazzmusiker Rainer Lipski, Michael Neher und Kai Struwe) auf Tournee.
Für seine Arbeit wurde Droste 2003 mit dem Ben Witter-Preis und 2005 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.

Der Eintritt zur Lesung beträgt 12,-€ und 8,-€ ermäßigt.
Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Andernfalls können die Karten im Büro des Literaturzentrums umgetauscht werden. Restkarten sind ebenso im Büro (Tel. 03834-773510) zu erfragen. KEINE ABENDKASSE!

Mit freundlicher Unterstützung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.


"Am Nebentisch belauscht" - Wiglaf Droste liest und singt im Lutherhof
Veranstaltung empfehlenVeranstaltung drucken
Koeppenhaus - Literaturzentrum
Bahnhofstr. 4/5
17489 Greifswald
pixel
tel.:  0 38 34 - 77 35 10
fax:  0 38 34 - 77 35 09
pixel
info@koeppenhaus.de
www.koeppenhaus.de
  koeppenhaus.jpg