|
Montag, 29.03.2010
Literatur
21:00 Uhr / Koeppenhaus - Literaturzentrum
H.S. Eglund "Die Glöckner von Utopia"
Lesebühne im Café Koeppen Ohne Hoffnung kann der Mensch nicht leben, auch Du nicht, Fred Winter. Du bist jung, zu jung, um Dich daraus zu verabschieden; alles liegt noch vor Dir, es ist viel zu früh, um sich aufs Altenteil zynischer Abgeklärtheit zurückzuziehen. Irgendwo muss es eine Hoffnung geben, und wenn sie unscheinbar ist, sonst gehst Du vor die Hunde. Die Furcht sprang ihn an, nackte Angst, sich mit der Leere und der Verzweiflung einzurichten, um ein kleines Leben zu führen, ein armseliges geducktes Leben, das Dasein des ewigen Schluckers, Aale und Jacobs-Kaffee. Warum wird der Mensch mit Hoffnung geboren? Um sie bei der ersten Gelegenheit wegzuwerfen wie einen Lumpen? Fred fühlte, daß sich etwas in ihm weigerte, diese Aussicht zu akzeptieren. Er spürte es physisch, ein Stich oberhalb des Magens. Der Roman erzählt die Geschichte von Fred Winter, im Osten Deutschlands Ende der achtziger Jahre. Dreißig Tage markieren 2 Jahre im Leben des jungen Mannes, der mit Hölderlin und Bloch im geistigen Gepäck aus der Stagnation ausbricht und in die stürmischen Ereignisse gerät, die man später Deutschlands Wende nennt. Es ist eine Geschichte über Vertrauen und Verrat, über Verzweiflung und Verlust. Aber vor allem ist es eine Geschichte über die älteste Utopie der Menschheit, über das Ziel aller Hoffnungen: Heimat. H.S. Eglund wurde 1965 geboren. Er wuchs in Leipzig auf, studierte Maschinenbau in Dresden und später Publizistik in Berlin, wo er heute lebt und arbeitet. Der Eintritt zur Lesung ist frei. ![]()
|
|