Freitag, 30.07.2010
Ausstellung
Kulturzentrum St. Spiritus
Sybille Hertel aus Osnabrück/ Malerei
Unter dem Titel Illusion eines Paradieses zeigt Sybille Hertel aus Osnabrück vom 07. bis zum 30. Juli 2010 eindrucksvolle Malerei aus.

Es ist inzwischen mehr als eine Vermutung: die Erde erwärmt sich, und damit verändert sich das Klima. Wir sind erschrocken über die Intensität von Hitzewellen mit Dürre, Hurrikans und Tornados und das Abschmelzen der Gletscher, über das unaufhaltsame Ansteigen des Meeresspiegels. Entwaldung und Versteppung schreiten heimlich voran, anderswo gibt es Überschwemmungen ungeahnten Ausmaßes. Immer dringlicher werden Klimaschutzverein-barungen eingefordert, und klimafreundliches Verhalten ist zumindest in den entwickelten Ländern ein ethisches Gebot geworden.
Sybille Hertel hat in ihrer Ölmalerei versucht, diese Veränderungen in der Umwelt aufzuzei-gen und ihre Betroffenheit umzusetzen. Dort wo die Menschen aus verschiedenen Gründen in die natürlichen Vorgänge der Natur eingreifen, geht oft auch der idyllische, paradiesische Charakter der Landschaft verloren. So lässt sich in jedem ihrer Bilder der Hinweis finden, dass das menschliche, tierische und pflanzliche Leben Bedrohungen ausgesetzt ist und wir endlich anfangen sollten über unsere Umwelt nachzudenken. Die Natur nimmt in Sybille Hertels Bildern neue, andere Formen an. Ihre Bildtitel lassen sich am besten mit Adjektiven kennzeichnen. Unvermischte mit dem Spachtel nebeneinander gesetzte Ölfarbe betont zum Beispiel die Dichte der heranziehenden bedrohenden Wolken. Weniger und hellere Farbtöne hat die Künstlerin für den Bildtitel verweht gewählt. Pflanzenteile werden aus ihrer Verwur-zelung gerissen und mit Heftigkeit durch die Luft getrieben. Plötzliche Kälteeinbrüche mit Niederschlägen lassen südliche, schneearme Regionen plötzlich weiß aussehen. Und Wirbel-stürme machen vor Nichts halt. Sie verwirbeln Leichtes und Schweres, sie schachteln ineinan-der und übereinander, verweben, zerbrechen, lassen bersten. Die Osnabrücker Malerin be-wundert die Natur und deren Lebenskraft und zeigt in ihren Bildern mit dem Finger auf Ver-änderungen, die nichts Gutes verheißen. Der Eindruck des Paradieses ist eine Illusion. Kunst soll nicht nur schön sein, sondern Position beziehen.
Sybille Hertel geb. Fendt stammt aus Hamburg. Sie hat für das Lehramt an Volks- und Real-schulen in Hamburg studiert (Abschluss 1961) und dort sowie in Heidelberg unterrichtet. Mit ihrer Familie lebte sie viele Jahre in Genf und Wien. Nachdem die drei Kinder erwachsen wa-ren, studierte sie nochmals: Kunst/Kunstpädagogik und Kunstgeschichte mit Magisterab-schluss (2007). Sybille Hertel unterrichtet an Einrichtungen der Erwachsenenbildung und be-tätigt sich als freie Malerin. Ihre bevorzugten Techniken sind Ölmalerei und Zeichnungen.

„Mir geht es nicht vorrangig um eine Abbildung der sichtbaren Wirklichkeit. Meine Bilder sind offen für die persönliche Ausdeutung und Phantasie des Betrachters.“ S. Hertel

Zur Vernissage am 06. Juli 2010, um 19.30 Uhr wird die Malerin anwesend sei und ge-meinsam mit der Leiterin des Sozio-kulturellen Zentrums, Brigitte Schöpf, zu einem Künstler/innengespräch einladen.


Öffnungszeiten:
GALERIE IN DER KAPELLE
Montag, Mittwoch, Donnerstag: 11.00 - 16.00 Uhr
Dienstag: 13.00 - 18.00 Uhr
Freitag: 10.00 - 12.00 Uhr


Sybille Hertel aus Osnabrück/ Malerei
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